Wittmann überzeugt: DTM-Titel hätte keinen Beigeschmack

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Nürburg – Rennfahrer Marco Wittmann ist schon einmal als Spitzenreiter an den Nürburgring gereist – kurz darauf war er erstmals Meister im Deutschen Tourenwagen Masters.

«Schauen wir mal, ob das ein gutes Omen ist. Es ist zumindest mal keine schlechte Ausgangslage», sagt der BMW-Fahrer vor dem DTM-Rennwochenende in der Eifel.

Sollte es zu Titel Nummer zwei reichen, wäre die Freude darüber genau so groß wie vor zwei Jahren – daran ändern auch die Zugeständnisse vor dem Saisonstart und die Sticheleien der Konkurrenten nichts. Wittmann betont vor den Rennen am Samstag (14.55 Uhr) und Sonntag (15.10 Uhr): «Für mich hätte ein Titel keinen faden oder blöden Beigeschmack.»

Bei noch sechs ausstehenden Rennen reist BMW als Branchenprimus an die Traditionsstrecke. Neben Wittmann in der Fahrerwertung liegen die Bayern auch in der Team- und Herstellertabelle ganz vorne. Welche Rolle die 7,5 Kilogramm weniger Gewicht im Vergleich zu Audi und Mercedes oder der um fünf Zentimeter breitere Heckflügel bei BMW spielen, darüber gehen die Meinungen auseinander. Grund für die Ungleichbehandlung ist ein konstruktionsbedingter Nachteil des BMW, der damit ausgeglichen werden soll.

Vor zwei Monaten hätten die Hersteller aber zumindest den Gewichtsvorteil gerne wieder einkassiert, scheiterten mit ihrem gemeinsamen Antrag aber am Veto des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB). Der argumentiert, dass die Fahrzeuge – so, wie geplant – alle auf einem ähnlichen Leistungsniveau unterwegs sind und es deswegen keinen Grund gebe, in die Meisterschaft einzugreifen.

Bei Audi und Mercedes stieß das Nein auf Unverständnis. Wittmann dagegen ist mit der Regelung unverändert zufrieden. Der 26-Jährige verweist auf die Zugständnisse, die Mercedes in der Winterpause vor dem Titel durch Pascal Wehrlein gemacht wurden. Und auf die Rennen in dieser Saison. «Ich glaube, dass wir damit eine gute Entscheidung getroffen haben, wenn man sieht, wie spannend die DTM ist. So spannend und abwechslungsreich war sie noch nie», urteilt der Franke.

In bislang zwölf Rennen gab es neun verschiedene Sieger. Einzig Wittmann und zwei seiner drei schärfsten Verfolger standen in dieser Saison schon zweimal ganz oben auf dem Treppchen. «So einen Trend hatten wir noch nie, dass es so abwechslungsreich ist. Deswegen sind Prognosen schwer», sagt Wittmann mit Blick auf den Titel-Endspurt.

Als klaren Favoriten betrachtet sich Wittmann nicht. Auch auf einen schärfsten Rivalen will er sich noch nicht festlegen. «Am Ende sind da drei, vier Kandidaten, die um den Titel mitfahren», prognostiziert er. «Im Endeffekt haben alle das Potenzial Meister zu werden – ob Jamie (Green), ob Edo (Mortara) oder ob Robert (Wickens).»

Verdient hätte Wittmann den Titel jedenfalls. In 48 seiner 50 Rennen kam er ins Ziel, bei fast 75 Prozent seiner Starts holte er auch Punkte. Auch 2016 fährt niemand in der DTM so konstant in die Top Ten wie er – und kein anderer BMW-Pilot hat den BMW M4 seit seiner Einführung vor drei Jahren so im Griff wie Wittmann. «Er kommt mit diesem Auto sehr, sehr gut klar und kann das konstant abrufen. Und deswegen ist er zurecht wieder ganz oben», lobt Ex-Formel-1-Pilot Timo Glock den Kollegen.


(dpa)

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