Siege in Serie: Mick Schumacher auf dem besten Weg zum Titel

Spielberg – Er stieg wieder auf seinen Rennwagen und freute sich mit geballten Fäusten. Mick Schumacher ist auf dem besten Weg zu seinem ersten großen Titel.

Der 19-Jährige feierte in Spielberg den fünften Sieg in der Formel 3 nacheinander, er baute den Vorsprung vor dem abschließenden Rennen in Österreich auf 43 Punkte aus, nachdem er die Führung im EM-Klassement tags zuvor mit einem Sieg übernommen hatte. «Ich schaue nicht auf den Tabellenstand, sondern konzentriere mich auf jedes einzelne Rennen», betonte Mick Schumacher.

Er wird als Führender zum Final-Wochenende auf dem Hockenheimring reisen. Am 13. und 14. Oktober wird sich entscheiden, ob der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher (49) erstmals eine Rennserie gewinnen wird. Im Kart hatte er sich bei EM und WM jeweils mit Platz zwei zufrieden geben müssen, in der italienischen und deutschen Formel 4, in der Ralf Schumachers 16 Jahre alter Sohn David am Samstag den Gewinn der Rookie-Meisterschaft feierte, hatte Mick Schumacher vor zwei Jahren 2016 ebenfalls jeweils den zweiten Platz belegt.

Nach durchschnittlichen bis guten Ergebnissen an den ersten vier Rennwochenenden der aktuellen Formel-3-Serie sorgte sein Sieg in Spa-Francorchamps für eine Initialzündung. Ausgerechnet auf der Strecke, die auch für seinen Vater immer eine besondere Bedeutung in dessen Karriere hatte und auf der Mick vor über einem Jahr mal einen Weltmeister-Wagen seines Vaters hatte steuern dürfen.

Acht der vergangenen zwölf Rennen gewann Mick Schumacher vor dem letzten Lauf in Spielberg. Fünf Siege gelangen ihm in Serie. «Die Pace war da, das Auto war grandios», lobte er am Sonntag beim Sender n-tv sein Prema-Powerteam: «Danke an alle, die hinter mir stehen.»

Fünf Siege nacheinander schaffte zuletzt in der dritthöchsten Rennserie der Kanadier Lance Stroll gegen Ende der Saison 2016. Danach stieg er in die Formel 1 auf. Theoretisch könnte auch Mick Schumacher schon im kommenden Jahr in der Königsklasse antreten, wenn er so weitermacht. Die nötigen Punkte für die Superlizenz hätte er bei einem Gesamtsieg in der Formel 3 und durch seinen zweiten Platz in der Formel 4 zusammen. «Inzwischen hat er Erfahrungen gesammelt, sich weitergebildet und für eine große Zukunft aufgestellt», sagte DTM-Chef und Ex-Formel-1-Pilot Gerhard Berger.

Schumacher überholte bereits am Vortag in der Gesamtwertung den Red-Bull-Junior Daniel Ticktum. Der Brite wurde dann am Sonntag kurz vor Ende des ersten Rennens in einen Unfall verwickelt, als er um Platz sieben kämpfte. Letztlich kam er nicht mal ins Ziel und ging leer aus, Schumacher, der das Ticktum-Aus bedauerte, sackte ein weiteres Mal 25 Punkte ein. Übermütig wollten sie bei Prema aber noch nicht werden. «Wir müssen vorsichtig bleiben und von Rennen zu Rennen schauen», meinte Teamchef Rene Rosin.

Fotocredits: James Gasperotti
(dpa)

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