Mercedes-Benz startet mit dem prominentesten Neuzugang der Deutschen Tourenwagen Meisterschaften (DTM) in die neue Saison. Der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher wird ab dem 13. April beim Auftakt in Hockenheim mit dem Rekord-Champion Bernd Schneider für den schwäbischen Rennstall fahren. Der Münchener Marco Engel ist der zweite Neuling in dem neunköpfigen Team.
Neben dem fünfmaligen Champion der DTM-Serie Schneider ist der Vorjahres-Zweite Bruno Spengler der aussichtsreichste Kandidat, die Meisterschaft dieses Jahr für die Schwaben zu holen. Letzte Saison war der Kanadier zum zweiten Mal Vizemeister geworden, nachdem er am Ende einen Rückstand von nur drei Punkten auf den schwedischen Champion Matthias Ekström vom Konkurrenten Audi hatte.
Ralf Schumacher hat nun endgültig einen Ein-Jahres-Vertrag für die kommende DTM-Saison unterschrieben. Der Ex-Formel1-Rennfahrer einigte sich mit Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug auf einen Kontrakt mit gegenseitiger Option und soll eine halbe Million Euro verdienen.
Sein Gehalt dürfte somit in etwa achtundzwanzigfach geringer sein, als dies in der Vorsaison bei Toyota der Fall war. Doch als Abstieg sieht der Kerpener seine Flucht in die Deutsche Tourenwagen Masters, nach elfjähriger Formel1-Karriere, nicht. Er ist sich bewusst, dass die nächste Saison wahrscheinlich mehr als hart für ihn wird. Nicht nur der Umstieg in ein Tourenwagen auch die Tatsache, dass er in einem Vorjahreswagen fahren wird, lassen dies nur erahnen.
“Ich nehme deshalb in der DTM teil, weil es einfach eine Herausforderung ist, die sicherlich nicht leicht werden wird und mit der ich mich auch auseinandersetzen muss”, meinte er gegenüber motorsport-total.com. Das werden die ersten Rennen sein, in denen er nicht im Schatten seines großen übermächtigen Bruders sein wird. Schon seit der Kartbahn klaut Michael ihm die Show. Nun kann sich Ralf mit 32 Jahren das erste Mal frei entfalten.
Das dürfte der einzig ersichtliche Grund für ihn sein diesen Schritt zu wagen. Am Geld oder Ruhm liegt es auf jeden Fall nicht. Ich will dem kleinen Schumi keine Komplexe einreden, doch es scheint schon fast offensichtlich, dass er ein einziges Mal nicht mit seinem großen Bruder in Verbindung gebracht wird und er als Star gefeiert wird.
Der Wahl-Salzburger wird sein Können zum ersten mal am 13. April in Hockenheim unter Beweis stellen dürfen, denn da beginnt die neue DTM-Saison.
Audi will in den Deutschen Tourenwagen Masters weiter nicht auf die Verpflichtung von Starfahrer setzen und stichelt dabei ein wenig gegen Mercedes. Bei dem Team um Motorsport-Chef Norbert Haug stand Mika Häkkinen bis zur letzten Saison unter Vertrag und nun soll Ralf Schumacher verpflichtet werden.
“Bei uns stehen der Sport, die technischen Inhalte und das Produkt A4 im Vordergrund. Möglicherweise haben wir damit eine andere Philosophie als andere”, sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich dem Sport-Informations-Dienst (sid). Um das ganze noch ein wenig einzuheizen, ließ sich Ullrich noch folgenden Satz nicht nehmen: “Für Schlagzeilen allein gibt es keine Punkte”. weiterlesen »
Nach seinem ersten Testtag in einem Tourenwagen der DTM, hat Ralf Schumacher schon einige renommierte Fans für sich gewinnen können. Nicht nur Mercedes Motorsport-Chef Norbert Haug freut sich über den Fast-Neuzugang.
Die ersten Testrunden im Silberpfeil waren erfolgreich und so hielten sich die zunächst harschen Kritiker zurück. Zu hören waren heute nur Lobeshymnen. Und auch Ralf selbst scheint es viel Spaß zu bereiten einen Tourenwagen durch die Kurven zu jagen, “das ist eine gute Erfahrung und macht Spaß “, sagte Schumi II nach seinen ersten Testkilometern in der Mercedes C-Klasse.
Ralfs zur Zeit größter Fan ist wohl sein Chef in Spe. Mit Äußerungen wie : “Klar ist, Ralf ist immer noch ein großer Rennfahrer” scheint Haug seinen Testpiloten wohl schon für eventuelle Vertragsverhandlungen weich kochen zu wollen.
Bernd Schneider, der fünfmalige Tourenwagen-Meister, lobte den Kerpener ebenfalls sehr. Er ist sich sicher, dass Schumi II ganz vorne mitfahren kann, wenn er denn in einem Konkurrenzfähigem Auto säße. Und das würde Ralf wohl auch, schließlich soll er in die Fußstapfen von Mika Häkkinen treten. Das würde bedeuten, dass er in einem aktuellen neuen Rennwagen sitzen würde und nicht ein Modell der Vorsaison erhalten würde, wie es in der DTM ja ebenfalls üblich ist.
DTM-Boss Hans Werner Aufrecht, ist Mercedes dankbar für solch eine “Attraktion” in der DTM. So könnten neue Fans an die Rennstrecke gelotst werden und die DTM interessanter für neue Sponsoren machen.
Mercedes Benz soll Interesse an einer Verpflichtung von Ralf Schumacher haben. Schumi II soll nun mit sechs anderen Fahrern Testfahrten in Estoril ( Portugal ) bestreiten und so eventuell noch ein Cockpit in der DTM erhalten.
Wie der Sport-Informations-Dienst (sid) erfahren haben soll, testet der Kerpener die nächsten beiden Tage einen DTM-Mercedes. Einer seiner Konkurrenten ist der Österreicher Christian Klien. Beide sind ehemalige Formel1-Piloten und sollen die Lücke stopfen, die Mika Häkkinen nach seinem Rücktritt aus der DTM hinterlassen hat.
Michael Schumacher konnte ein Angebot von Mercedes aus der DTM wohl schon letzte Woche erahnen, denn da hatte er seinem kleinen Bruder schon vor einem etwaigen Wechsel in die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft abgeraten. Da ein Wechsel zu Audi, auf Grund der Gehaltsvorstellungen Schumachers scheiterte, blieb nur noch diese Variante.
Michael Schumacher verwies auf die bisherigen Formel1-Piloten, die aus der Königsklasse in die DTM “abstiegen”, wie zum Beispiel Mika Häkkinen oder Heinz-Harald Frentzen, die beide nur Achtungserfolge erzielen konnten. Desweiteren ist Schumi der Meinung, dass ein Formel1-Pilot sich mindestens ein oder zwei Jahre an die DTM gewöhnen müsse, bevor er etwas erreichen könne. Und zwei Jahre einen gut bezahlten Fahrer nur hinterherfahren zu lassen, das will wohl kein Team in diesem nicht gerade langlebigen Geschäft.
Wann der kleine auf den großen Schumacher zuletzt gehört hat, das weiß wohl selbst der älteste Schumi, Vater Rolf, selbst nicht mehr.